'Jackanapes' Ferrets / Frettchenzucht Schweiz / Allevamento furetti Svizzera / Elevage furets Suisse

Kastration

Die Kastration bei Frettchen -Rüden sowohl Fähen- ist unerlässlich sofern man nicht Züchten möchte. Bei der Frettchen Fähe wird der Eisprung, ausschliesslich durch den Deckakt ausgelöst, dies wird als „provozierte Ovulation“ bezeichnet. Wird die Fähe nicht eingedeckt besteht die Gefahr einer Dauerranz, da keine hormonelle Ruhephase eintritt die für die Regeneration des Körpers notwendig ist.
Die Keimdrüsen schütten weiterhin grosse Mengen an Hormonen (Östrogene) aus, um die Gebärmutter für das einnisten einer Eizelle bereit zu halten. Dies hat eine Östrogenvergiftung zur folge welche das Knochenmark schädigt, zur Blutarmut (Anämie) führt und für die Fähe ohne sofortige Behandlung tödlich ist. Bei Rüden besteht die Gefahr einer Dauerranz nicht, jedoch sollte man um unnötigen stress beim Tier zu vermeiden, auch Kastrieren lassen. Der rüde verspürt währen der Ranz ständig der Drang sich zu paaren, Hält man mehrere Frettchen fühlen sich diese bedrängt durch die ständigen Begattungsversuche des Rüden. Das stetige Markieren auf Gegenstände/ Hände/ Käfig, das unangenehm riechenden Sekret welches beim Markieren auch im Fell verteilt wird und die Aggression gegenüber andere Unkastrierte Rüden bereiten einige Schwierigkeiten bei der Haltung, darüber sollte man sich im Klaren sein wenn man sich gegen eine Kastration beim Rüden entscheidet.

Ranz und Dauerranz was ist das?
Ranz bezeichnet die Brunft (Paarungsbereitschaft) von Frettchen, Füchsen, Dachsen und Wölfen. die Fähe wird empfängnisbereit. Die Ranz dauert ca. 30 - 36 Tage, Die Probleme der Dauerranz beginnen bei den einzelnen Fähen nach unterschiedlichen Zeiträumen. Bei einigen Fähen können diese bereits 3-5 Wochen nach Ranzbeginn auftreten, bei anderen verläuft die Ranz den ganzen Sommer ohne Probleme. Von einer Dauerranzspricht man dann wenn die Regenerationsphase ausbleibt . An den Blassen Schleimhäuten, zunehmende Haarlosichkeit an Rute bzw. Rutenansatz und Bauch, Gewichtsabnahme uns schütteres Fell kann man eine Dauerranz äusserlich erkennen, auch schwäche, Appetitlosigkeit, allgemeine Apathie und die extrem angeschwollene Vulva können Anzeichen sein.

Was passiert bei der Dauerranz?

Im Blut steigt das Weibliche Geschlechtshormon (Östrogen ) stark an, dass kann zu Schädigungen des Knochenmarktes führen. Im Knochenmark werden die weissen und roten Blutkörperchen produziert. Fehlen diese, kommt es zu einem lebensbedrohlichen Mangel an roten Blutkörperchen, weissen Abwehr- und Immunzellen und den Gerinnungsfördernden Blutblättchen. Eine Abnahme der roten Blutkörperchen führt zu einer Anämie. Die Tiere werden blass, es kommt zu Sickerblutungen in den Schleimhäuten und inneren Organen, Blutgerinnungsstörung. Unbehandelt kann dies zum qualvollen Tot der Fähe Führen.

Ab welchem Alter kommt das Frettchen in die Ranz?
Die beginn der Ranz ist vom Photoperiode (Tag Nacht Zyklus) Abhängig. Die Ranzzeit beginnt meist schon Ende Februar, wenn die Tage länger oder besser gesagt die Nächte kürzer werden. Bei Natürlichem Lichtzyklus Kommen Fähen zwischen dem 8-10 Monat in die Ranz, Rüden etwas Früher. Bei unregelmässigen Lichtzyklus (zum Beispiel Innenhaltung) kann eine Fähe auch schon mit 5 Monaten und ein Rüde mit 4 Monaten in die Ranz kommen.

Wie erkenne ich die Ranz bei Frettchen?

Beim Rüden steigen die Hoden in den Hodensack ab und schwellen deutlich an. Sie Beginnen ihr Territorium mit einer Duft spur aber auch mit Urin Tröpfchen zu markieren und entwickeln einen Starken Eigengeruch das durch den Sekret die die Talgdrüsen Produzieren verursacht wird. Die Aktivität der Talgdrüsen ist von der Wirkung der Sexualhormone abhängig. Durch das Sekret verfärbt sich das Fell gelblich. Der Rüde wird ebenfalls aggressiv (Machtkämpfe) gegenüber anderen Rüden (auch wenn sie seit der Welpen Zeit zusammenleben oder Geschwister sind), und versucht ständig Artgenossen zu besteigen. Der Rüde ist währen der gesamten Ranzzeit Zeugungsfähig

Bei der Fähe beginnt die Vulva (Schnalle) anzuschwellen. sie kann von einer Erbsen Grösse (rosafarben) bis zu Kirschkern gross anschwellen. und sondert ein klares Sekret ab. Die Fähe wird unruhig und kann ebenfalls einen unangenehmen Geruch verbreiten. Je nach Charakter der Fähe wir sie anhänglicher und sucht den intensiven Kontakt zu anderen Frettchen oder dem Besitzer.


Wann sollte ein Frettchen Kastriert werden?
Ideal wäre SOWOHL bei der chirurgischen als auch bei der Chemischen Kastration die Frettchen erst mit 12 Monaten (oder älter) kastrieren zu lassen. Da die meisten Frettchen aber schon vorher in die Ranz kommen empfiehlt sich eine Kastration zwischen dem 6-8 Lebensmonat, grundsätzlich jedoch gilt: Je später desto besser für die geseundheit des Frettchens!

Kann man eine Fähe währen der (Dauer-) Ranz Kastrieren lassen?
Vorausgesetzt die Fähe ist seit nicht mehr als 30 Tage ranzig kann sie auch währen der Ranz von einem Frettchen erfahrenen Tierarzt Kastriert werden. Bei ranzigen und dauerranzigen Fähen sind die Organe sehr stark durchblutet, die Blutungsgefahr ist deutlich erhöht und kann bei unerfahrenen Tierärzten zum Verbluten der Fähe führen. Bei dauerranzigen Fähen die bereits eine Anämie aufweist ist eine Kastration abzuraten, und sollte wenn nur nach Rücksprache eines erfahrenen Tierarztes durchführt werden. Dauerranzige Fähen müssen Zuerst aufgepäppelt werden da das Risiko eine Narkose bei zu schwachen Tieren zu gross ist. Abhilfe kann eine einmalige Hormonspritze schaffen damit man etwas Zeit gewinnt um das Tier erst einmal auszukurieren. Besser noch wäre die Fähe mit einem Chemischen Implantat (Suprelorin® von Virbac) kastrieren zu lassen damit umgeht man das Risiko einer Operation und ist zudem weniger gesundheitsschädigend für das Tier (> Nähere Infos siehe Chemische Kastration).

Kann man eine bereits (ungewollt) eingedeckte Fähe Kastrieren lassen?

Eine Kastration ist in einem gewissen Zeitrahmen (bis ca. 2 Wachen nach dem Deck Akt) noch durchführbar. Nach der zweiten Schwangerschaftswoche sollte eine Kastration nur nach Absprache eines erfahrenen Tierarztes durchführt werden.

Trotz Chirurgische Kastration ist die Fähe wieder Ranzig!?
Zuerst einmal sollte abgeklärt werden ob die Fähe wirklich Kastriert wurde um sicherzugehen das es sich nicht um eine Fehlinformation handelt ein Tierarzt kann das per Ultraschall feststellen. Ist eine Fähe mit Sicherheit kastriert gibt es zwei Möglichkeiten was die Ranz ausgelöst haben könnte:

1) Die Eierstöcke wurden nicht vollständig entfernt
2) Nebennierentumor Ein Tierarzt sollte umgehend aufgesucht werden!

Chirurgische Kastration – Irreversibler eingriff
Unter einer Kastration wird üblicherweise die operative Entfernung der Keimdrüsen (Gonaden - Beim Rüden > Hoden / bei der Fähe> Eierstock) verstanden. Beim Rüden (Hoden) wird das als Orchiektomie, bei der Fähe (Eierstöcke) als Ovarektomie/ Ovariohysterektomie bezeichnet. Bei beiden Geschlechtern führt die Kastration zu Unfruchtbarkeit. Das Ziel der Kastration ist in erster Linie die Verhinderung von unerwünschtem Nachwuchs, um potentielle Erkrankungen zu vermeiden und um die Haltung zu erleichtern. Bei der Kastration der Fähe unterscheidet man noch Zwischen:

• Ovariektomie: Unter Ovariektomie oder Ovarektomie versteht man die operative Entfernung eines oder beider Eierstöcke (Ovarien). In einigen Fällen treten Tumore im Uterus auf, worauf die Entfernung der Gebärmutter angeraten werden muss.

• Ovariohysterektomie: Die Ovariohysterektomie ist eine erweiterte Form der Kastration weiblicher Tiere. Bei diesem Eingriff werden nicht nur die Gonaden (Keimdrüsen), also die Eierstöcke, sondern auch ein Grossteil der Gebärmutter chirurgisch entfernt. Da bei alleiniger Entfernung der Eierstöcke gelegentlich Veränderungen in der Gebärmutter auftreten, wurde diese Form der Kastration vor allem bei Hund, Kaninchen und Frettchen bevorzugt. ACHTUNG: Hält man ein Pärchen (sprich Rüde und Fähe) zusammen, so ist es wichtig die Fähe zuvor kastrieren zu lassen und Rechtzeitig die Unkastrierten Fähen vom Rüden zu trennen. Rüden sind noch bis zu 6-8 wochen nach der Kastration (mit in ihrem Körper gespeicherten Spermien) zeugungsfähig.

Pro:
- Bei der Fähe wird durch die Chirurgische Kastration das Auftreten von Dauerranz, Tumoren an den Geschlechtsorganen, sowie Infektionen und Mastitis verhindert.
- Bei Rüden sowohl bei Fähen führt die Chirurgische Kastration zu einer erheblichen Verminderung des Geruchs, und durch die Ranz verursachten Stress, bei Rüden wird auch die Aggression gegenüber anderen Intakten Rüden und der ständige Fortpflanzungsdrang reduziert bzw. komplett Aufgehoben.

Contra:
- Es handelt sich um ein Invasiver eingriff, es besteht (wenn auch nur in geringer Form) das Risiko einer Wundinfektion und ein gewisses Narkoserisiko.
- Mit der Chirurgischen Kastration werden zwar die Geschlechtsorgane entfernt dadurch aber die weitergehende Produktion der Sexualhormone (die unteranderem von den Nebennieren gesteuert wird) nicht gestoppt. Das grösste Problem bei der Chirurgischen Kastration ist, dass die Organe die eigentlich für die Empfängnis der Sexualhormone vorgesehen sind fehlen, dadurch kommt es zu einer exzessiven Produktion von Sexualhormonen und geht dann mit der Überfunktion einer oder beider Nebennieren einher. Die unerwünschten Nebenwirkungen davon können Nebennierentumore sein. 


Chirurgische Sterilisation – Irreversibler eingriff
Unter Sterilisation versteht man einen medizinischen Eingriff, der einen Menschen oder ein Tier unfruchtbar, also unfähig zur Fortpflanzung, macht. Beim Rüden erfolgt die Vasektomie genannte Sterilisation durch Abbinden (Ligatur) oder Durchtrennen (Resektion) beider Samenleiter. Bei der Fähe erfolgt die Sterilisation durch eine Ligatur der Eileiter (Tuben) oder durch die Entfernung eines Stücks des Eileiters.

ACHTUNG: bei der Sterilisation besteht bei Fähen weiterhin die Gefahr einer Dauerranz da die Eierstöcke nicht entfernt werden!

• Die Sterilisation ist wenn nur bei Rüden und nur Für Züchter empfehlenswert die, mit dem sterilen Deckrüden eine unkastrierte Fähen decken lassen möchten um auf natürliche Weise ihre Ranz zu beenden.

Chirurgische Kastration (mit Hämatom) - Rüde Sterilisation (Vasektomie) - Rüde

Chirurgische Kastration
(Intrakutannaht) - Fähe
Chirurgische Kastration
(Subkutannaht) - Fähe
Chirurgische Kastration
(U-Heft Naht) - Fähe
Chirurgische Kastration
(U-Heft Naht) - Fähe

 
Hormonspritze
Nur als vorübergehende Lösung geeignet (maximal 1-2 Anwendungen) da Nebenwirkungen (Tumore) Auftreten können.


Chemische Kastration – reversibler eingriff
Die sogenannte „chemische Kastration“ wird oft mit der Hormon spritze verwechselt! Das ist jedoch nicht dasselbe. Die Chemische Kastration (per Suprelorin® implantat) ist die gesündere Variante zur Klassischen Kastration. Die Adrenalkrankheit steht im engen Zusammenhang mit der Frühzeitigen (vor Eintritt der Geschlechtsreife) Chirurgischen Kastration. Fähen und kastrierte Rüden sind gleichermassen davon betroffen. Deshalb wurde nach einer anderen alternative gesucht. Der niederländische Tierarzt Nico Schoemaker, der mehrere Studien in diesem Bereich durchgeführt hat, hat eine alternative Möglichkeit vorgeschlagen: Das bei Hunden und Katzen schon bewährte Kastrations Implantat «Suprelorin®» das bereits mit gutem Erfolg zur Therapie der Adrenalkrankheit bei Rüden und Fähen eingesetzt wird.

Der «Suprelorin®» Chip ist ein Implantat in Stäbchenform, das (ähnlich wie auch der Mikrochip zur Kennzeichnung) mit einer etwas dickeren Kanüle unter die Haut des Tieres eingesetzt wird. Das Einsetzen geschieht sehr schnell und ist nur mässig schmerzhaft, so dass hierfür keine Narkose erforderlich ist. Der Chip enthält biologisch abbaubare Stoffe und den Wirkstoff Deslorelin, der kontinuierlich vom Implantat abgegeben wird und die Produktion jener Botenstoffe unterdrückt die zur Entstehung von Sexualhormonen notwendig sind. Er ist daher nicht geschlechtsspezifisch. Der Chip hat nur eine begrenzte Lebensdauer, bezogen auf den Wirkstoff. Derzeit wird für Frettchen das Implantat mit 4,7 mg Desrolerin eingesetzt mit einer Wirkungsdauer von 1,5 bis 2 Jahren. Bei Intakten weiblichen Frettchen wird durch die Implantation ausserhalb der Brunstzeit kurzzeitig eine Ranz ausgelöst, bevor es zum Kastrationseffekt kommt. Bei Fähen in der Ranz kommt es zur Auslösung des Eisprunges und einer möglichen Scheinschwangerschaft danach zur hormonellen Kastration. Das Implantat kann beim Frettchenrüden jederzeit gesetzt werden und führt zur reversiblen Unfruchtbarkeit. Ist das implantierte Stäbchen aufgebraucht, sind die Tiere wieder fruchtbar und deckfähig, ein neues Implantat muss eingesetzt werden. Die Wirkung des Implantats setzt ca. vier bis sechs Wochen nach Implantation ein. Zum Beenden einer bereits eingetretenen Dauerranz bei Fähen ist der Chip nur bedingt geeignet da er zu lange braucht, um seine Wirkung zu entfalten. In diesem Falle werden Hormone (Gonadotropinen), welche die Eierstockfollikel stimulieren, beziehungsweise den Eisprung herbeiführen (Ovulationsinduktion) eingesetzt. Diese lösen bei Fähen einen künstlichen Eisprung aus und beendet damit die Dauerranz, ist jedoch ein massiver Eingriff in den Hormonhaushalt der Fähe. Also das Tier immer rechtzeitig Kastrieren bzw. Implantieren.

Pro:
- Bei Fähen wird bei rechtzeitiger Implantation die Dauerranz verhindert.
- Fast ausgeschlossene Inzidenz der Adrenalkrankheit sowohl bei Rüden als auch bei Fähen
- Bei Rüden abei Fähen führt die Implantation zu einer erheblichen Verminderung des Geruchs (genau wie bei Chirurgisch kastrierten Frettchen) und reduziert den durch die Ranz verursachten Stress und bei Rüden auch das Aggressionsverhalten.
- Kein Invasiver Eingriff nötig.

Contra:
- Es existieren keine Langzeitstudien
- Die Wirkung des Implantates ist beschränkt
- Tumore und Infektionen an den Geschlechtsorganen bei Fähen können nicht ausgeschlossen werden.


Welche Kastrationsmethote empfehlen wir?
Es ist unbestritten dass die chirurgische kastration auf lange sicht schädlich für Frettchen ist, ausserdem muss das Tier in Nakose versetzt werden dabei besteht immer ein gewisses risiko. Deshalb Raten wir die Rüden ausschliesslich Chemisch zu kastrieren. Bei Fähen hingegen empfehlen wir die Chirurgische Kastration in kombination mit der Chemischen Kastration, die entfernung von Gebärmutter/Ovarien soll mögliche infektionen und Tumor-bildungen verhindern. Das Suprelorin® Implantat hingegen soll zum schutz der NN eigesetzt werden, das heisst um die Botenstoffe die zur Freisetzung der Sexualhormone verantwortlich sind zu blockeren (da die Freisetzung dieser nach der Chirurgischen Kastration nicht automatisch gestoppt wird). Bei Frettchen kommen LH-Rezeptoren auch in der Nebennierenrinde vor. Hohe LH-Spiegel nach der Kastration führen zu einer Produktion der Sexualhormone Estradiol, 17-Hydroxyprogesteron und Androstendion in der Nebennierenrinde und damit zu einer Nebennierenerkrankung.

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