'Jackanapes' Ferrets / Frettchenzucht Schweiz / Allevamento furetti Svizzera / Elevage furets Suisse

Erziehung

 

DAS FRETTCHEN BEISST

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Erstmals: Durchatmen und Ruhe bewahren. Viele neo-Frettchen Halter haben bem Einzug von Frettchen sehr hohe Erwartungen an diese: Sie sollen wohl erzogen und absolut nicht bissig sein, stubenrein und möglichst keine Beanstandungen beim angebotenem Futter machen, am besten sollten sie bereits an der Leine Gassi gehen und auch von fremden gut gehandhabt werden können. Meistens werden diese Erwartungen auch auf anhieb erfüllt, ein relativ gut Sozialisierter Frettchenwelpe das mit einem Alter zwischen 8-9 Wochen abgegeben wird ist Charakterlich noch nicht so gefestigt, es sucht und braucht vor allem in einer neuen umgebung angekommen Sicherheit und ist meistens froh einen "Mutterersatz" (an jemand den sie sich wenden können um zu Spielen =Lernen, wenn sie Unsicher sind, Angst oder Hunger haben) um sich zu haben. Es kommt extrem selten vor das Welpen in diesem Alter fest zubeissen, meistens geschiet dies während dem Spielen und wenn sie Hunger haben, diese "bisse" sind jedoch auch der grösse und Alters des Tieres angepasst. Weshalb viele Züchter dieses abgabealter vorziehen. Schon ganz anderst sieht es mit Frettchen welpen aus die mit 12 Wochen oder älter in ein neues zuhause umziehen. Diese sind zwar vom charakter stärker gefestigt, haben dadurch auch mehr selbstsicherheit und durchsetzungsvermögen was sich in ihrem verhalten wiederspiegelt. Frettchen sind Raubtiere, die sehr lebhaft und nie zu 100% berechenbar sind.

Jedes Frettchen reagiert auf fremde Menschen und neue Umgebung anders, egal ob es sich um einen Welpen von Züchter oder erwachsenen Frettchen aus dem Tierheim handelt, ob bestens sozialisiert oder aus schlechter Haltung stammend, bei Stress und neuer Umgebung kann sich ein Frettchen ganz anders benehmen als beim vorherigem Besitzer gewohnt dazu gehört auch das mehr oder weniger fest zubeissen. Es handelt sich um ein völlig natürliches verhalten (aus Sicht des Frettchens). Durch das beissen (wir sprechen hier nicht von dem Spiel-biss der von übermut, extreme Freude geleitet wird) vermittelt uns das Frettchen sein Unwohlsein, Dominanz, angst und unsicherheit oder ganz einfach das ihm etwas nicht passt. Damit erschaffen sich Frettchen eine ‘Sicherheitszone’ – Abstand zum fremden ‘Objekt’. Reagiert der Besitzer dann ängstlich verstärkt sich dieses verhalten nur noch und der Teufelskreis beginnt.

Wer sich ein RAUBTIER zulegen möchte sollte sich dessen bewusst sein und vor allem bei einem bissigen Frettchen eine Menge Geduld, Nachsicht und Verständnis entgegenbringen. Jedes «Monster» wird mit der Zeit gezähmt. Ganz wichtig hervorzuheben ist die Eingewöhnungs-ZEIT das bei jedem Frettchen unterschiedlich lange dauert (1 Woche - 6 Monate oder mehr).

Wenn ein Frettchen bissig ist braucht es:
- Zeit: Man muss dem Frettchen alle Zeit gönnen die es braucht um sich an euch zu gewöhnen, dies kann auch sehr lange dauern.

- Geduld: Niemals die Beherrschung und Geduld verlieren. Gewalt egal in welcher form schafft Angst nicht Respekt.

- Akzeptanz: Akzeptiert das Frettchen so wie es sich im Moment verhält. Es bringt nichts sich darüber aufzuregen das es beisst, das es ängstlich ist, dass es nicht so reagiert wie erwartet, wie ihr es euch vorgestellt und gewünscht habt. Diese Erwartungen gegenüber dem Frettchen bauen nur Druck auf und Druck ist keine gute Basis für eine möglichst Ruhige (meist auch lang andauernde) Zusammenarbeit.

- Vertrauen: Nicht entmutigen lassen, sondern an euch und an das Tier glauben - ihr schafft das > ZUSAMMEN.

- Respekt: In all seinen Formen. Respektiert die Ängste und das Misstrauen des Frettchens, respektiert die Zeit die es braucht um sich an euch und die Umgebung zu gewöhnen, respektiert seine Bisse die nichts anderes sind als seine Art uns zu sagen: ich will nicht - lass mich in Ruhe.

- Keine Angst: Es ist nicht einfach, aber versucht dem Frettchen eure Angst und Unsicherheit nicht zu zeigen. Ihr würdet sein verhalten damit nur bestätigen und verstärken. Ihr tut ihm NICHTS, strahlt dies aus.

- Umsicht: Keine hastigen und plötzlichen Bewegungen, keine schreie, vermeidet Geräusche die das Frettchen erschrecken könnte (Handyklingelton zum Beispiel).

- Hilfsmittel: Lässt sich das Frettchen gar nicht Anfassen heisst das Zauberwort: Ablenkung. Lenkt das Frettchen mit einem Leckerbissen (am besten eignen sich hier malz und/oder Vitaminpasten von Gimpet) ab. Und nicht zu vergessen zieht immer lange Hosen und Schuhe an, damit diese Körperteile nicht angegriffen werden können (seeehr schmerzhaft). Handschuhe sollten nur in Ausnahmefällen verwendet werden (geben diese euch mehr Sicherheit im Umgang mit dem Frettchen dürfen sie verwendet werden).

Als erste Massnahme empfehlen wir das Frettchen mind. 2 Wochen lang körperlich zu ignorieren, dies bedeutet, nicht streicheln, nicht hochnehmen absolut kein Körperkontakt. Das Frettchen soll die Zeit haben euch zu beobachten: Wie beweget ihr euch, wie riechen ihr, wie lautet eure Stimme, was wollt ihr von ihm. Bei jeder Fleisch Fütterung täglich mit dem Frettchen sprechen (nicht schreien, nicht laut werden - bitte Ruhig und bestimmt ‘kommunizieren’), die Stimme des neuen Halters (die er bis dato noch nie gehört hat sprich nicht kennt) soll mit etwas Positiven verbunden werden (> Futter).

Wenn die Situation es einmal fordern sollte das Frettchen anfassen zu müssen zum Beispiel um in aller Ruhe das Gehege zu reinigen, verwendet hierfür ein Hilfsmittel also eine ‘Ablenkung’. Lenkt das Frettchen mit etwas Futter ab, am besten eignet sich hierfür die Malz Paste von Gimpet. Schafft das Frettchen während der Käfig Reinigung in eine ‘sichere Zone’ (Beispiel transportbox) so kann man das Gehege in aller Ruhe putzen. Diese Methode der Ablenkung kann auch beim Krallenschneiden oder Tierartztbesuch verwendet werden, es erspart euch und dem Frettchen Aufregung und / oder stress. Es geht primär darum dem Frettchen keine Gelegenheit zu bieten euch zu beissen, das Frettchen soll von Anfang an den Abstand bekommen die es braucht ohne auf bisse zurückgreifen zu müssen.

Nach etwa 2 Wochen kann man beginnen das Frettchen zu berühren, vorsichtig aber bestimmt. Unsicherheit und Angst sind hier fehl am Platz. Sollte man diese Gefühle dem Frettchen Gegenüber noch Verspüren eine Woche länger warten bevor man in die nächste Phase übergeht. Zu Beginn das Frettchen mit Hilfe von Malz Paste gradual an verschiedenen Körperstellen berühren, auch das hochheben per nackengriff sollte geübt werden, viele Frettchen mögen den nackengriff nicht und fühlen sich dadurch bedroht, Abhilfe verschafft auch in diesem Falle die Ablenkung durch Malz Paste, das hochheben täglich 2-3-mal 1-2 Minuten lang üben, das Tier soll lernen, dass der nackengriff keine Bedrohung ist, sondern eine zwar etwas Lästige aber notwendige ‘Geste’.

Sobald das Frettchen keine Angst / Aggression / Dominanz / Unsicherheit bei Berührung durch futter-ablenkung zeigt, kann man beginnen das Frettchen für ganz kurze Zeit auch ohne Hilfsmittel zu berühren und hochzunehmen. Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit vorkommen das das Frettchen versucht euch zu beissen. Hier heisst es wieder einmal Ruhe bewahren. Sehr wichtig in diesem Falle die Situation bzw. das Territorium des Tieres NICHT zu verlassen und auf keinem Fall laut schreien, schimpfen oder rumgestikulieren - bitte bewahrt ruhe. Ignoriert den biss rigoros, als sei nichts geschehen, wartet ca. 2 Minuten nach dem biss und hebt das Frettchen gleich nochmals hoch, falls notwendig mit Ablenkung durch Futter, es soll langsam lernen, dass es keine Lösung ist durch beissen Distanz zu schaffen.
Wenn das Frettchen einmal sehr stark zugebissen hat darf es zum ‘Timeout’ für etwa 5 Minuten in eine Transportbox gesperrt werden. Wenn das Frettchen einmal so heftig beisst und nicht mehr loslassen will, Taucht den Kopf des Tieres in Wasser es wird euch sofort loslassen, vergisst nicht in eurer unmittelbaren Nähe ein Behälter mit genügend Wasser bereit zu stellen, der ‘nicht-loslass-biss’ ist sehr schmerzhaft und es ist wichtig diesen so schnell wie möglich zu Unterbinden. Das Geheimrezept bei bissigen Frettchen heisst Zeit und Geduld und nicht Bestrafung oder Umerziehung.

Sobald es verstanden hat was es darf und was nicht und das beissen nicht so toll ist wie positive Verstärkung (Futter), Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten wird danach die Belohnung eine ganz besonders enge Freundschaft zwischen euch sein, denn das habt ihr gemeinsam erreicht.
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