'Jackanapes' Ferrets / Frettchenzucht Schweiz / Allevamento furetti Svizzera / Elevage furets Suisse

Geschichte

Heute gibt es eine Menge Verwirrung über die wissenschaftliche Einordnung der Frettchen, man verwechselt sie oft mit der einheimischen Art dem europäischen Waldiltis (Mustela putorius) oder von Aussterben bedrohten Schwarzfussiltis (Mustela nigripes) der in Nordamerika heimisch ist. Alle sehen sich augenscheinlich ähnlich jedoch gibt es ein bedeutender unterschied: Das Frettchen (Mustela putorius furo) ist als einzige Marderart nicht in der freien Wildbahn zu finden, da es vor über 4 Jahrhunderte vor Christus als Jagt Helfer und Schädlingsbekämpfer (Mäuse und Ratten) von Menschen gezüchtet, selektiert und domestiziert worden ist.


Domestikation
Domestizierung oder Domestikation ist ein innerartlicher Veränderungsprozess von Wildtieren oder -pflanzen, bei dem diese durch den Menschen über Generationen hinweg von der Wildform genetisch isoliert werden. Damit wird ein Zusammenleben mit dem Menschen oder eine Nutzung durch diesen, anschaulich "in dessen Haus" (lateinisch domus), ermöglicht.
 
Die Domestizierung von Wildtieren ergibt sich durch die menschliche Auslese und Isolation solcher Individuen zur Züchtung der Art, die den gewünschten Eigenschaften am meisten entsprechen, zum Beispiel eine geringere Aggressivität gegenüber Artgenossen und Menschen. Zweck der Domestizierung ist die Verwendung als Nutz- oder Heimtier. Die Domestikation sollte nicht mit der Zähmung eines einzelnen Wildtiers verwechselt werden, wie das Beispiel der Honigbiene verdeutlicht, die bereits vor 7000 Jahren domestiziert wurde, sich als Einzeltier jedoch völlig reflexgesteuert der Zähmung entzieht. Durch das Einsetzen der Domestizierung einer Tierart werden die Voraussetzungen für die Entwicklung der Art entscheidend verändert. Die natürliche evolutionäre Entwicklung wird durch künstliche Auswahl des Menschen nach Zuchtkriterien ersetzt. Die genetischen Eigenschaften der Tiere ändern sich daher im Rahmen der Domestikation. Dieser Prozess (Pädomorphose) wird auch als Verjugendlichung bezeichnet, an das Wort Neotenie ist der zoologische Begriff dafür. Diese Verjugendlichung oder Neotenie tritt im Zuge der Domestikation eine Tierart ein. Im Zusammenhang mit den entstandenen Haustieren versteht man unter diesen Begriffen, dass das erwachsene Tier etliche Merkmale beibehält, die eigentlich in das Jugendstadium der betreffenden Tierart hinein gehören. Die Merkmale können sowohl körperlicher Natur sein als auch im Bereich des Verhaltens liegen. Dabei wird aber trotzdem die volle Geschlechtsreife erreicht. Im Umgang mit Frettchen sind solche Merkmale besonders wichtig, die eine Verjugendlichung im Verhalten bedeuten: Weil das Frettchen so in unserer Abhängigkeit bleibt. Es bleibt auch psychisch in einem gewissen Jugendstadium stehen. Als auch psychisch voll erwachsenes Tier würde es nach Selbstständigkeit streben. In diesem Zusammenhang passt auch die Futter-Abhängigkeit, das wir dem Frettchen geben. Denn das Futter-Zutragen ist ein Verhalten, das erwachsene Mustelidae ihrem Nachwuchs gegenüber zeigen und das aufgegeben wird wenn dieser Nachwuchs in das Erwachsenenalter kommt. Hier bleibt das Verhalten der Frettchen also vorher stehen und der Mensch kann diese innere Abhängigkeit für seine Zwecke nutzen. Aber auch körperliche Merkmale sind bei Frettchen von der Verjugendlichung betroffen. Mit der Domestizierung sind meist eine Reihe von typischen Merkmalsänderungen gegenüber der Wildform festzustellen, man bezeichnet dies auch als Domestikationseffekt oder neotenische Merkmale:  

Grösse (Ausbildung von Rassen oder Typen mit zum Teil gravierenden Unterschieden im Erscheinungsbild) Eins der Merkmale das ein Wildtier von einem Haustier unterscheidet ist die Grösse (Länge/ Struktur und Gewicht). Haustierarten weisen eine Vielzahl an unterschiedlichen Grössen auf während Wildtiere in der Regel einheitliche Staturen haben. Auch bei Frettchen variiert die Körpergrösse deutlich: Fähen haben ein Gewicht von 500 bis 1400 Gramm während rüden ein Gewicht von 1,2Kg bis weit über 3kg erreichen können. Bei der Körperstruktur differenziert man zwischen „Standard“ Typ und „Bull“ Typ. Der „Bull“ Typ sticht besonders durch kompakte und muskulöse Erscheinung hervor, währen der „Standard“ Typ dem klassischen schmalen Frettchen entspricht.
                          
Fellfabe, Felllänge und Farbverteiliung (Farbänderung von Tarnfarben hin zu vielfältigeren, auffälligen Farbvarianten) Bei Wildlebende Arten gibt es kaum Variationen der Fellfarbe, Felllänge und Farbverteilung. Frettchen hingegen gibt es mittlerweile in nahezu jeder Farbe, auch die Felllänge variiert von rein Kurzhaar, Halblanghaar, Ridgeback , Curly über Angora. Ein weiterer Unterschied ist, dass Haustiere mit dem Alter die Tendenz zeigen zu „versilbern/ Erhellen“ (Roan, Milkmouth, Blaze, Panda, Mitt usw.), während die Wildarten nicht dazu neigen.  

• Physikalische Veränderungen
(Abnahme der Gehirnmasse um 20 bis 30 Prozent, Rückgang der Furchung, insbesondere in den für die Verarbeitung der Sinneseindrücke bedeutsamen Gehirnarealen, Steilere Stirn) Frettchen haben durchschnittlich kürzere Beine und kleinere Augen als die wildlebenden Artgenossen. Der Augenabstand ist grösser als beim Waldiltis, und die Zähne sind enger zusammen (wahrscheinlich wegen der kürzeren Struktur des Kiefers) und numerisch variabler.  

Verhaltens Unterschiede (Änderung der Ausprägung einiger Verhaltensweisen, Weniger gut entwickeltes Flucht- und Verteidigungsverhalten, Verstärkung für den Menschen nützlicher Eigenschaften) Wildtiere sind in der Regel territorial, Einzelgänger und aggressiv, Frettchen hingegen sind gesellig und kontaktfreudig. Sie haben keine Angst vor den Menschen (es sei denn, Sie wurden misshandelt) und zeigten eine angeborene Neugier auch gegenüber jenen Tierarten (zB Hunde) die potentiell gefährlich und somit als Feinde angesehen werden könnten.  

FAZIT:
Ein Haustier hat, im Gegensatz zu den wildlebenden Tieren, neotenische Merkmale= jugendliche Merkmale beibehalten, und durch künstliche Selektion (vom Menschen gesteuerten Zuchtwahl) jene Eigenschaften verlohren die ihnen ermöglicht in freier Wildbahn zu überleben. Das Haustier ist also ein Leben lang komplett vom Mensch abhängig der die Mutterrolle für die Nahrungsbeschaffung, Hygiene, sicherer Unterschlupf usw. übernimmt. Und genau diese Merkmale zeichnet das Frettchen aus: somit ist genetisch, wissenschaftlich, historisch und rechtlich (mit ausnahme der Schweiz) gesehen das Frettchen ein Haustier, dass unfähig ist in freier Wildbahn -ohne zuwendung des Menschen- zu überleben!
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